Allgemeine Ortsgeschichte

Der Anfang
Die ältesten Siedlungsspuren im Bezirk Bornberg werden für die Römerzeit behauptet,
hier sollen Ziegelreste und Mauerwerk festgestellt worden sein. Die erste urkundliche
Nennung stammt aus dem Jahr 1231. In einer Urkunde der Abtei Himmeroth. Zu dieser Zeit
befand sich Heckenmünster im Machtbereich der Ritter von Bruch. Der Ort gehörte während
der Feudalzeit zum Herzogtum Luxemburg und lag im Grenzbereich zum Kurfürstentum Trier.

Einwohnerstatistik
1723           4 Haushaltungen
1818         71 Einwohner
1835         75 Einwohner – 10 Wohnhäuser 1 Mühle 1 Hof
1871       113 Einwohner
1905       121 Einwohner
1925       129 Einwohner – 20 Wohnhäuser 1 Mühle 1 Hof
1939       124 Einwohner
1950       133 Einwohner
1961       123 Einwohner
1970       113 Einwohner
1980       109 Einwohner
1989       133 Einwohner
2005       –

Der Ortsname
Der Ortsname von Heckenmünster hat im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Wandlungen durchlaufen:
1231 Monasterium, 1279 Munstere, 1417 Munster, 1569 Muster, 1650 Munster.
Heckenmünster erhielt, zur besseren Unterscheidung gegenüber dem Ort Müstert an der Mosel, heute ein Ortsteil von Piesport, das schon im Jahre 1098 urkundlich genannt wurde, zur Mitte des 18. Jahrhunderts den Beinamen „Hecken-„. Um 1799 wurde der Ort „Heckenmiester“ genannt und schließlich 1841 Heckenmünster.
Der Ortsname „Münster“ oder „Miester“ hat sich im Dialekt der näheren Umgegend bis in unsere Tage erhalten. Nikolaus Kyll führt den Namen des Ortes nicht, wie in der älteren Literatur vermutet, auf ein angeblich im Ort vorhandenes Kreuzherrenkloster zurück, sondern vermutet vielmehr, daß der Name Münster auf die nahen römischen Baureste um den Wallenborn zurückzuführen sind. Hierzu führt er folgendes aus:
Der Ortsname übernahm die pseudogelehrte Deutung der Trümmer des nahen Tempelbezirks, die möglicherweise ein Mönch oder sonstiger Geistlicher nach seinem Fassungs- und lateinischen Ausdrucksvermögen als „Monasterium“ (Kloster) gedeutet hatte.
Dies muß chronologisch grob gesagt vor der Jahrtausendwende stattgefunden haben, da der Vorgang vor der Gründung der „villa, que Monasterium appellatur“ (vgl. Ersturkunde) erfolgt sein muß.
Die Siedlung konnte wegen der Bodenbeschaffenheit nicht im Bereich des Tempelbezirks oder desssen näherer Umgebung erfolgen. Sie fand in einiger Entfernung statt an einer gezeichneten und ausgesuchten Stelle. Der Ort ist seiner Lage nach eine Rodesiedlung, die im 10. bis 12. Jahrhundert anzusetzen ist.
Römische Baureste wurden in den Sagen und Legenden der Landbevölkerung im Mittelalter und noch bis in die Neuzeit meist als Juffern Kloster , Tempelherren Burg, Ritterordensburg usw. bezeichnet. Ein historisch fundierter Nachweis in Form von Schriftstücken und Akten, die auf das Vorhandensein eines Klosters in Heckenmünster schließen lassen, ist nicht vorhanden. Auch Funde von Bau- und Mauerresten eines Klosters wurden im Ort nicht gemacht.

Funde aus der Vorzeit
Eine römische Siedlung soll sich am „Bornberg“ etwa 0,5 km östlich des Ortes befunden haben. Hier wurden nach Angaben von Ortskundigen Ziegelreste und Mauerwerk festgestellt. (über das Quellheiligtum Heckenmünster siehe Kapitel „Römerzeit“)

Die Ersturkunde
Heckenmünster wurde zusammen mit dem nahen Dodenburg anläßlich einer Lagebeschreibung des Dorfes Rodenerden, da sich zwischen Dodenburg und Gladbach befand, im Jahre 1231 erstmals urkundlich genannt: „Theoderich, Erzbischof von Trier, beurkundet und bestätigt den Vergleich der Abtei Himmerode mit dem Ritter Werner von der Pforte zu Bruch wegen Grundstücken bei Rodenerde (unweit Dodenburg und Münster) 1231.“

Ersturkunde-HeckenmünsterIn der Urkunde heißt es wörtlich: „villam, que Monasterium appellatur“ (Dorf, daß Monasterium (Kloster) genannt wird).

Aus der Urkunde geht weiter hervor, daß Heckenmünster damals im Einflußbereich der Ritter von Bruch lag.

 

Die weitere Ortsgeschichte
Im Jahre 1472 verkauften die Erben der Herrschaft Bruch, Peter von Rheineck, seine Ehefrau Eva von Rollingen und seine Brüder Jakob und Dietrich von Rheineck, der Hildegard von Sierk, Witwe von Manderscheid, aus ihren Gütern und Erbe zu Monster bei Dodenburg zum heiligen Kreuz 8 Florin Rente für 20 Goldgulden. Die Witwe gestattete noch im gleichen Jahre dem von Rheineck ein Wiederkaufsrecht an dieser Rente für 200 Gulden.
Dieser Verkauf wurde im Jahre 1530 noch einmal bestätigt. Der Ort wurde in den Akten und Urkunden des 16. und 17. Jahrhunderts kaum eigenständig genannt, sondern erschien immer zusammen mit dem nahen Heidweiler. Die Berichte aus dieser Zeit sind zudem äußerst spärlich und bruchstückhaft. Landesherrlich gehörte Heckenmünster bis zum Einmarsch der Franzosen im Jahre 1794 zum Herzogtum Luxemburg und in diesem zur Herrschaft Bruch.
Die Landsgrenze zwischen Kurtrier und Luxemburg verlief von Dörbach aus den Bendersbach aufwärts bis zur Hofstelle Buchholz und von dort in Richtung Sehlem, um den Schleifberg und vorbei am Kalberger Hof. Diese ehemalige Landesgrenze fiel in etwa gleich mit der heutigen Gemarkungsgrenze zwischen Heckenmünster und Sehlem.

Die Vogteigüter
Im 18. Jahrhundert wurden in Heckenmünster lediglich 4 Vogteigüter verzeichnet. Dies waren die Müllers Vogtei, die Terres Vogtei, die Kneips Vogtei und der Kalberger Hof. Zum Kalberger Hof gehörte im 18. Jahrhundert auch noch der Emmerichshof.

Das Grundbuch von Heckenmünster aus dem Jahre 1799 verzeichnete folgende Höfe:
1. Kneips Haus mit Hofbering am Fesch oben langst dem Kirchhof + Hofplatz
2. Ternes Philips Gebäulichkeit nebst dem Weg + Hofplatz
3. Müllers Nikolaus sein Gebäulichkeit + Hofplatz
4. Hubert Schell sein Gebäulichkeit selbige ober dem Weg + Hofplatz
5. Mathes Monzel sein Gebäulichkeit ober dem Weg + Hofplatz
6. Lardes Jakob langst Hubert Schell
7. Hofmanns Peter sein Gebäu am Weg + sein Haus+ Hofplatz
8. Karls Germann sein Gebäu + Hofplatz
9. Becker Adam sein Gebäulichkeit + Hofplatz.

Aufallend an dieser Zusammenstellung sind die Hofgrößen, die damals in Ruten, Schuh und Zoll angegeben wurden. Die Höfe 1-3 hatten der Reihe nach 44, 34 und 48 Ruten Größe. Die restlichen Hofgrößen bewegten sich in dem Bereich zwischen 7 und 14 Ruten. (1 Rute = 15m2, 160 Ruthen entsprachen einem Morgen)
Die drei erstgenannten Höfe waren also auch die eigentlichen Vogteigüter, die Keimzelle des Dorfes. Die restlichen Gebäude sind erst viel später teils durch Zuzug von Ortsfremden oder aber durch Erbteilung entstanden. Diese Entwicklung fand jedoch erst nach der Eroberung der Rheinlande durch die Franzosen und der anschließenden Aufhebung der alten Höfeverfassung statt.

Die Eicher Güter
Im Ort gab es früher einen abgegrenzten Bezirk, die Eicher Güter genannt, der sich sowohl auf die Gemarkung als auch auf den Ort erstreckte. Nach dem Lagerbuch der Herrschaft Dodenburg aus dem Jahre 1683 gehörten diese Güter einem Herrn von Eich, Domprobst zu Trier. Die Güter waren abgesteint, hatten also ihre eigenen Marksteine.
Das Gut mußte jährlich nach Dodenburg im Herbst und im Mai Schafft von 3 Reichstalern liefern. Die Schatzung des Guts wurde nach Bruch entrichtet. Die Liegenschaften der Eicher Güter bestanden aus Wiesen, Ackerland und 3 Wäldern. Im Jahre 1672 fand eine Güteraufnahme der Eicher Güter statt.

EichergüterAus dieser Güteraufnahme geht hervor, daß zu den Liegenschaften des Hofes auch ein „freier Platz“ innerhalb des Dorfes „unweit der Kirche von 1/2 Morgen Größe“ registriert wurde. Hierbei könnte es sich um die ehemalige Hofstelle gehandelt haben. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Liegenschaften der Eicher Güter an verschiedene Einheimische versteigert und verpachtet.

Der Buchholzhof bei Heckenmünster
Erstmals urkundlich genannt wurde der Hof in einem Besitzverzeichnis der Ritter von Esch, das in die Zeit um 1300 datiert wurde. Der Escher Burgmann Joes von Furne (Föhren) besaß damals das Lehen Buchholz. Im Weistum von Münster (Heckenmünster) aus dem Jahre 1510 wurde der Hof als „wüst“ bezeichnet.
Eine genaue Beschreibung des Hofes liefert uns das „Udenescher Kellerei Saalbuch“ aus dem Jahre 1587:
ltem noch an klein weltgen, genannt daßweyhantz Welt, sant auch ahn den gemeinden Waldt, zu SeIheim, die eicher Güter zu terem. Zwischen recht gen. zweienweltgen, hatt ein Horff gestan, den ist ein woranfallewin Lehen, hatt Christmann von Esch und Albricht von Esch selige erben, die gürten zu dem horff zugehorrich, gehanden.
Wie den vorhaben die pfandtwieß gehanden Christoph Vierstandigh daß die es pfandesweß von hands sondern sein eigentump das andershalb hat er auch erkauft umb 500 fl. Christmann verbraucht sein deill selbir Alberths seligen erben, bekommen von Zenders Theißen jährlich 9 Gulden.“ Der Hof der sich im 16. Jahrhundert noch im Besitz der Escher befand wurde im Jahre 1544 zur Abfindung einer Magd, mit der ein Mitglied der Familie von Esch uneheliche Kinder gezeugt hatte eingesetzt.
Wörtlich heißt es in den Akten: 14 ,Jörg Herr zu Esch und Appollonia von Danstein, Eheleute verwilligen, daß Theis Meiers Tochter Sängen von Dreis, und ihre Erben Christoffel, Christmann und Albrecht, so von ihrem vatern und Schwieger vatern mit bemelter Sängen gezielet worden, den Buchholtz Hoff, welcher von Görgen von Esch Vattern vor hundert fünf und zwanzig goldgulden versetzet worden, erblich für ihre vatterliche Portion wiederumb ahn sich lösen mogen.“

An wen der Hof damals versetzt war, geht nicht aus der Urkunde hervor. Christmann von Esch wurde im Jahre 1586 von der kurfürstlichen Kammer befragt, wie er an den Hof gekommen sei. Daraufhin wurde der gleiche Tatbestand noch einmal erklärt und eine Güteraufnahme des Hofes durchgeführt. Es wurden keine Gebäude verzeichnet.
Elisabeth von Esch, einzige Tochter des Albrecht von Esch, verkauft ihren Teil am Hof für 534 Gulden an ihre Vettern Jörg, Jakob und Christoffel von Esch in den Jahren 1618 – 1624. Danach ging der Besitz des Hofes an die Familie von Kellenbach über.

Im Jahre 1663 verkaufte Johann Schweikard von Kellenbach, dem seine Ehefrau Anna Maria geh. von Esch den Hof zugetragen hatte, an Wolf Heinrich von Metternich den Buchholzhof samt Zubehör für 429 Reichstaler bestehend aus:
a) eine Wiese in der Bendersbach, die Buchholz Wiese genannt
b) die Räubers Wiese
c) der Oet Wald in der Bendersbach bis an die von Münster
d) der Ort genannt der Hof Buchholz samt Zubehör.

Der Hof soll sich auf dem rechten Ufer des Bendersbaches befunden haben, wie aus einer Beschreibung aus dem 17. Jahrhundert hervorgeht.
Wörtlich heißt es hier:
Der hofplatz wie alte rudera (Ruinen) aus weist ist andereseitz der bendersbach auf dem Churtrierischen gelegen.“

Diese Lagebeschreibung würde eindeutig den Bezug des Hofes zu der Familie von Esch erklären.
Nimmt man jedoch die älteren Flurkarten der ehemaligen Gemeinde Dörbach als Erläuterung der Lage des Hofes hinzu, so wird hier der Flurname „Buchholz“ auf der anderen Bachseite verzeichnet. Befragungen der ortsansäßigen Landwirte, die des öfteren beim Pflügen hier auf Mauerwerk stießen, bestätigen diese Lagebezeichnung.
Die ehemalige Scheune, die sich ca. 300 Meter westlich der Straße Dodenburg-Sehlem im Distrikt „in der Heuscheuer“ auf der linken Bendersbachseite befand, gehörte nicht mehr zum Hof Buchholz. Sie wurde erst in den Jahren 1905/06 errichtet und verfiel in den 70 er Jahren. Heute gibt es nur noch Mauerreste von dieser Scheune.

Aus dem Gemeindegeschehen
Die Amerikaauswanderungswelle machte auch vor Heckenmünster nicht Halt.

Folgende Personen wurden als Auswanderer registriert:
Der Schuster Peter Koster, geh. 21.10.1841,nach N.A. (Nord Amerika),9.1.1867 – 600 Taler
Der Ackerer Peter Mischo, geh. 11.9.1845, ledig nach Chicago,30.1.1872. – 100 Taler
Der Ackerer Michel Mischo, geh. 27.9.1845, ledig nach Chicago,30. 1. 1872. – 100 Taler

Gemeindefeuerspritze 1888
Als Bedienungsmannschaft der Gemeindefeuerspritze wurden laut Gemeinderatsbeschluß vom 28.03.1888 folgende Gemeindemitglieder bestimmt:
1. Bach, Nikolaus
2. Lohmen oder Bohmen, Johann
3. Mischo, Wilhelm (Spritzenmeister)
4. Zunker, Nikolaus
5. Koster, Peter Jun.
6. Merges, Mathias Jun.
7. Plein, Matthias
8. Sabel, Peter
9. Sabel, Anton
10. Karls, Anton
11. Kirchen, Peter
12. Karls, Peter
13. Zimmer, Nikolaus
14. Neumann, Nikolaus
15. Merges, Matthias
16. Franzen, Mathias
17. Zunker, Wilhelm
18. Zunker, Johann

Im Jahre 1920 erhält die Gemeinde ein Kriegerehrenmal.
Im Jahre 1988 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus, dem ein Besprechungs raum angegliedert ist, der Feuerwehr Heckenmünster übergeben.
Im folgenden Jahre wurden umfangreiche Erschließungsmaßnahmen im Neubaugebiet Heckenmünster in Angriff genommen. Im gleichen Jahre wurden die Arbeiten zum Anschluß des Ortes an die überörtliche Kläranlage in Rivenich begonnen.

Die Bürgermeister
1846 – 1862     Peter Neumann
1862 – 1867     Johann Dockendorf
1868 – 1884     Johann Öffling
1885 – 1887     Peter Neumann
1888 – 1914     Johann Zunker
1914 – 1919     Nikolaus Neumann
1920 – 1938     Nikolaus Karls
1946 – 1956     Johann Zunker
1956 – 1964     Johann Sabel
1964 – 1969     Johann Zunker
1969 – 1974     Johann Sabel
1974 – 1980     Karl-Heinz Völlinger
1980 – 1984     Johann Zunker
1984 – 2000     Viktor Kinkopf
2000 – heute    Birger Führ