Das Schloß
Der 1850 verstorbene Graf Edmund von Kesselstatt hatte den Besitz in Dodenburg, zu dem neben der Burg
auch das Gut gehörte, dem 1834 gegründeten von kesselstatt'schen Majorat zugeteilt.
Der Besitz bestand aus dem Schloß, dem Hof, dem eine Schäferei angeschlossen war, 38 Morgen Wiesen,
210 Morgen Ackerland und 58 Morgen Wildland.
Über den 1848 verstorbenen Neffen Franz Michael von Kesselstatt kam dieser Besitz an Josef Franz von Kesselstatt
aus der österreichischen Linie. Sein 1891 verstorbener Sohn Arthur begann mit dem Umbau des Schlosses, den sein
Bruder Eugen 1894 zu Ende führte.
Die Familie von Kesselstatt lebte noch ca. 40 Jahre auf Schloß Dodenburg, ehe sie ihren Hauptwohnsitz im letzten
Kriegsjahre, 1944, auf Schloß Föhren verlegte. Das Schloß stand von 1945 bis zum Jahre 1952 leer.
Mit dem Januar 1953 gingen die langen Verkaufsanstrengungen der Familie von Kesselstatt um das Schloß und die
Parkanlagen mit dem Verkauf an die Firma Willy Ruthenstroth aus Gütersloh zu Ende. Der neue Schloßbesitzer
wollte damals das Schloß als Erholungsheim umfunktionieren.
Zunächst wurde das Gebäude jedoch noch einige
Jahre zeitweise im Sommer als Jugendlager der Pfadfinderjugend genutzt. Im Jahre 1957 beabsichtigte der
damalige Beitzer, das Schloß abzureißen. Die Kosten eines Abrisses wurden damals mit 35000 DM veranschlagt.
Das Schloß wurde zwischenzeitlich privat vermietet und stand lange zum Verkauf.
Es ist zum heutigen Zeitpunkt in Privatbesitz.
Bilder
Eingangsportal
Rückseite
Wirtschaftsgebäude
Schlosspark
Baubeschreibung
Vom alten Burghause sind nur die Umfassungsmauern mit den runden Ecktürmen und einzelne Innenmauern erhalten.
Das Innere ist im 19. Jahrhundert ganz verändert worden, zuletzt in den Jahren 1891 und 1894
(Aufmessung des Architekten Siedeck). Der nach Angaben eines Augenzeugen durch Dr. Wilkes skizzierte
Grundriß des alten Bestandes ergab schon ein ungefähres Bild.
Dann fanden sich
(Hinweis von Archivdirektor Dr. Schaus, Koblenz) sorgfältig gezeichnete Außenansichten (Alte Ansichen Nr. 1)
vom Jahre 1664 und ein Lageplan vom Jahre 1678 mit Legende für die Gesamtanlage.
Es handelt sich um ein mit
doppeltem Wassergraben umgebenes rechteckiges Gebäude von 33 x 26 m Außenmaß (ohne die Ecktürme), ein
ansehnliches und wohnliches Burghaus mit Gartenparterre vor der nach Südosten gerichteten Eingangsseite.
Auf der Mitte der Front (heute Rückseite des Schlosses) sind im Lageplan vom
Jahre 1678 ein mächtiger fünfgeschossiger Turm, der auch den Innenhof sicherte, und das in der gleichen Mauer
liegende Tor eingetragen.
Im vierten Geschoß dieses breit vorgetretenen, 2,20 m starken Mauerklotzes sieht man
Verteidigungsfenster und Gußerker; das fünfte Geschoß des Turmes ist vom Hausdach aus zugänglich.
Die dreiviertelrunden Ecktürme liegen nach den Himmelsrichtungen; der Turm auf der Ostecke ist im
18. Jahrhundert hinzugekommen und diente als Gefängnis; vorhanden war nur ein runder Erker auf Konsolen.
Im Hofe rechter Hand lag ein offener Schuppen, links gelangte man zur einläufigen Haupttreppe.
Ein gewölbter offener Bogengang im Hintergrunde des
Hofes und der entsprechende Korridor stellen die Verbindung der Wohnräume her. Ein schmaler Gang führte auf
die Nordwestseite an den Graben.
Beim Umbau des Schlosses in den Jahren 1891/94 wurde eine breite Eingangshalle geschaffen mit einem daneben
liegenden Treppenhaus. Der Hof wurde als Wintergarten ausgebaut.
An die ehemalige Wasserburg erinnern nur noch die Ecktürme und der noch in Teilen sichtbare ehemalige Wassergraben.
Im Park des Schlosses befindet sich ein Gartenhäuschen mit vorgelegter zweiläufiger Freitreppe.
Hoher Besuch im Dodenburger Schloss
Die Schulchronik von Salmrohr berichtet:
"Am 26.Mai 1908 machte der Kronprinz von Preußen nebst seiner hohen Gemahlin auf einer Reise durch
die Eifel dem Herrn Grafen von Kesselstatt zu Schloß Dodenburg einen Besuch.
Die Schulen aus der
Umgegend und sehr viel Volk fanden sich in Dodenburg ein, um das geliebte Kronprinzenpaar zu sehen
und zu begrüßen."