Die Wüstung Rodenerden

Die Wüstung Rodenerden befand sich etwa 1,5 km NNW von Schloß Dodenburg, dicht westlich der Straße Dodenburg-Gladbach. Rodenerden wurde zusammen mit Dodenburg und Heckenmünster erstmals urkundlich im Jahre 1231 genannt (vgl. Ersturkunde Dodenburg/Rodenerden/Heckenmünster).

Rodenerden wurde in der Ersturkunde als "Dorf" bezeichnet. Ob es sich bei dem Ort wirklich um ein Dorf im eigentlichen Sinne handelte, mag dahingestellt sein. Rodenerden besaß jedoch keine eigene Gemarkung und gehörte verwaltungsmäßig zu Dodenburg. Folglich war das Schicksal des Hofes stets eng verknüpft mit dem des nahen Dodenburg.

Abgaben und Frohnden 1634

jährlich an Geld 5 Florin
jährlich an Hafer 2 1/4 Malter
jährlich an Wachs 2 Florin
Der Hof schuldete weiter 1 Wagen Schweine und 4 Pflugfahrten jährlich.


Im 17. Jahrhundert bestanden zu Rodenerden 2 Höfe. Ob Teile des Ortes wüst gefallen waren, ist ungewiß. Der Hof wurde im Jahre 1683 zu einer Schweizerei umgebaut, und die Bewohner von Dodenburg mußten dem Hof ihre Milch liefern.
Im Jahre 1723 wurde für Rodenerden eine Haushaltung registriert.

Pächter und Pachtverhältnisse

1703              Johann Bernard Heintz
1713 - 1719   Leonhard Heintz (hatte 3 Kinder)
1726              Peter Schmitt
1752 - 1759   Johann Schmitt
1789              Wilhelm Baumann und Peter Follmann beide aus Gladbach

Im Taufbuch der Pfarrei Dreis wurden noch in den Jahren 1761, 1763 und 1765 Taufpaten aus Rodenerden verzeichnet. Mitglieder der Familie Schmitt waren auch wohl die letzten Bewohner des Hofes, da die Pächter des Jahres 1789 schon in Gladbach wohnten.

Beide verzichteten noch im selben Jahre auf den Hof:
"wegen der enormen Frohnde, die auf dem Gut lastete und der hohen Pacht."

In der Folgezeit wurde kein Pächter mit der Angabe "ex Rodenerden" oder "wohnend daselbst" in den Akten registriert. Der Hof muß also nach 1765 wüst gefallen sein.

Im Jahre 1804 wurde der Hof außer den Waldungen an Daniel Zimmer, Heinrich Ludowici, Mathes Plein, Anton Müller alle von Dodenburg und Nikolaus Follmann von Gladbach auf 12 Jahre verpachtet. Ab dem Jahre 1824 wurden in den Pachturkunden nur noch "Ackerländereien" und "Wiesen" genannt. 1833 erschien in der Pachturkunde für Michael Müller und "Consorten" lediglich der Begriff "Stelle Rodenerden".

Ab 1842 wurden die sogenannten Martinschen Güter, das Dodenburger Hofgut, und die Ländereien des ehemaligen Hofes Rodenerden vereinigt. Ein Brunnen soll sich etwas nördlich der alten Hofstelle Rodenerden befinden.

Zu Ende der 60er Jahre erbaute sich Herr Peter Follmann aus Dodenburg im Distrikt "Bei Rothenerden" einen Aussiedlerhof. Der Hof erhielt den Namen "Petershof".