Legenden und Sagen
Die wilde Frau
Vor vielen Jahrhunderten lebte auf dem Schloß eine stolze Gräfin. Sie ließ keinen Menschen ins Schloß.
Um diese Zeit brach die Pest aus. Die Gräfin fürchtete sich sehr vor der scheußlichen Krankheit.
Jeden, der sich ihr näherte, bedrohte sie mit schwergeladener Flinte. Viele Menschen schoß sie auch nieder.
Den Bauern wurde das allmählich zu toll, und sie veranstalteten auf die entmenschte Gräfin eine Treibjagd.
Im Kampfe kamen zwar viele Bauern ums Leben, aber auch die Gräfin wurde schließlich von einer tödlichen Kugel ereilt.
Was da? Als man sie fand, war sie ganz aus Stein. Endlich hatte man vor ihr Ruhe.
So versteinert stellten die Bauern ihre Leiche auf einen Steinblock.
So steht die Gräfin noch heute mit ihren zwei ebenfalls versteinerten Hunden zur Seite als
abschreckendes Mahnmal im Schloßpark.
Wie das Schloss Dodenburg seinen Namen erhielt
Die seit dem Beginn des 18.Jahrhunderts zum Besitz des Reichsgrafen von Kesselstatt
gehörende Burg trug vor vielen Jahren den Namen "Freundenburg". Auf
ihr lebte damals mit seiner wunderschönen Tochter ein mächtiger Graf.
Zwei Ritter begehrten das Mädchen zu Gemahlin. Die junge Gräfin fand
Gefallen an dem einen von ihnen und verlobte sich bald darauf mit ihm.
In dem verschmähten Bewerber entfachten Neid und gekränkte Eitelkeit einen
lodernden Hass, der sich den Tod des Nebenbuhlers zum Ziele setzte. Doch
erst am Tage der Vermählung des glücklichen Paares fand der eifersüchtige
Ritter die rechte Gelegenheit zur grausamen Rache. Die Hochzeit
fand in der prächtig geschmückten Parrkirche zu Heckenmünster statt.
Nach Beendigung der feierlichen Trauung, beim Verlassen des Gotteshauses,
sprang plötzlich der rachedurstige Ritter, der sich bis dahin hinter
der Kirchentür verborgen gehalten hatte, hervor und erstach den jungen
Gatten.
Dann tötete er sich selbst. Die Hochzeitsgesellschaft war entsetzt,
und an die Stelle des fröhlichen Festes trat schmerzliche Trauerklage.
Die Freude war, solange der alte Graf lebte, aus der Burg verbannt.
Kein frohes Lied, kein Saitenspiel,kein Lachen erscholl in ihren Mauern.
In seinem tiefen Schmerze änderte der Graf den Namen "Freudenburg"
in "Totenburg" um, woraus dann später "Dodenburg" wurde.
Das Schloß Dodenburg
Ein in den Waffen geübter Ritter, dessen Name jedoch unbekannt ist,
unternahm es, zwischen Wittlich und der Hetzerather Heide, eine halbe
Meile nach Westen von der beide Orte durchlaufenden Landstraße entfernt,
eine Burg zu bauen. Der großartige Bau stand in einem halben Jahre bereits
unter Dach und Fach, da des Ritters Vasallen und Hörige der ganzen
Umgegend ohne Unterlaß an demselben arbeiten mußten.
Im folgenden
Maimonat ließ der Zwingherr mehrere Gemächer der Burg ausarbeiten, um in
denselben den befreundeten Rittern und Herren der Umgebung ein festliches
Mahl zu veranstalten. Es erscheinen bei demselben die Grafen und
Ritter von Cronenburg, Kirchberg, Simmern, Tomberg, Rabenstein, Falkenstein, Manderscheid
und Abgesandte von Marienburg.
Die Grafen und
edlen Herren, welche sich mit ded Gasgeber erst nach Mitternacht zur
Ruhe begaben, weckte am Morgen die Schreckenskunde, der Gastgeber sei
tot. Ein Diener hatte denselben nämlich am Morgen tot im Bette gefunden.
Die in tiefer Trauer scheidenden Grafen und Ritter nannten die Burg die
"Totenburg".
Der Garten zu Dodenburg
In der Mitte des 16. Jahrhunderts raffte die Pest, der schwarze Tod
genannt, eine große Menge Menschen in Städten und Dörfern weg. Nur Dodenburg
und dessen nächste Umgebung blieben von der Seuche verschont.
Die Kurfürsten von Trier, Mainz und Köln zogen sich daher hierhin zurück.
Außer diesen kamen dorthin Freunde und Bekannte aus den Diözesen.
Während sich die Kurfürsten daselbst aufhielten, wurde eine große Strecke
einer Wildnis innerhalb des Schloßbereiches in einen Garten umgeschaffen,
mit Obstbäumen und Weinreben bepflanzt und mit Alleen und einem Gartenhause
versehen.
Sobald die frohe Kunde vom Aufhören der Pest auf der Burg erscholl, wurde
die Rechnung über die Ausgaben, welche diese Anlage verursacht, vorgelegt,
woraus sich ergab, daß darüber neunundneuzig Fuder Wein getrunken
worden waren. Beim Abschiedsmahle, dem alle Diener des Schlosses vom geringsten
bis zum ersten beiwohnen mußten, wurde das hundertste Fuder Wein
getrunken, worauf sich die Fürsten bis zum fürstlichen Schlosse in Wittlich
begleiten und von da auf drei verschiedenen Wegen in ihre Residenz
begaben.
Der Schatzhügel
Vor vielen Jahren lebte im Schloß zu Dodenburg ein reicher Graf. Er war geizig und behielt alles für sich.
Den Armen gab er nichts. Da wurde der Mann krank. Er merkte, daß er bald sterben müsse.
"Niemand soll meine Reichtümer erben", murmelte er vor sich hin.
Deshalb stand er mitten in der Nacht auf,
packte all sein Geld zusammen und eilte in den Wald. Dort vergrub er seine Schätze. Auf den Hügel legte
er eine große Steinplatte.Dann schaufelte er Erde darüber und deckte sie mit Laub zu. Danach fiel der
Geizhalz um und war tot.
In jeder stürmischen Nacht sitzt der Reiche auf dem Hügel, mit feurigen Augen bewacht er seine Schätze,
erzählen die Leute. Der Geizhalz findet keine Ruhe.