Einwohnerstatistik
1723 6 Haushaltungen
1818 78 Einwohner
1835 94 Einwohner - 12 Wohnhäuser
1871 113 Einwohner
1905 128 Einwohner
1925 140 Einwohner - 22 Wohnhäuser
1939 109 Einwohner
1950 129 Einwohner
1961 117 Einwohner
1970 110 Einwohner
1980 120 Einwohner
1989 111 Einwohner
2005 -
Der Ortsname
Der Personenname "Dodo" oder "Dudo" bezeichnet vielleicht den ersten Besitzer des Ortes.
Der Name ist moselfränkischen Ursprungs.
1231 Dudenberg, 1358 Dodenberg, 1461 Dodemberg, 1735 Dudeberg, 1769 Dodenburg
Funde aus der Vorzeit
In der Flur "in der Schlak", ca. 1 km nordöstlich des Ortes, stellte Steinhausen
ein "typisches römisches Trümmerfeld von etwa 1 Morgen Größe mit später Keramik" fest.
Nach den Aussagen von Ortseinwohnern wurde hier beim Pflügen Sandsteinmauerwerk
angeschnitten. Mehrere "Aschenkaulen" wurden hier ebenfalls festgestellt.
Steinhausen bezeichnet diesen Standort als "gute Villenlage". Auch wirkte sich seiner
Meinung nach die Nähe zum ca. 50 Meter weiter südlich gelegenen Quellbereich günstig
für die Anlage einer Siedlung aus.
Spuren römischer Besiedlung wurden ebenfalls
im Distrikt "im Borefeld" entdeckt. Eine römische Scherbe wurde zusammen mit
spätmittelalterlichen und jüngeren Scherben bei der Wüstung "Rodenerden" gefunden.
Die Ersturkunde
Im Jahre 1231 beurkundete und bestätigte Erzbischof Theoderich von Trier einen Vergleich
der Abtei Himmerod mit dem Ritter Werner von der Pforte zu Bruch wegen Grundstücken bei
Rodenerde "unweit Dodenburg und Monasterium" (Heckenmünster).
Werner von der Pforte war
ein Gefolgsmann des Theoderich von Bruch.
Inhalt der Urkunde:
"Erzbischof Theoderich von Trier beurkundet, daß der
Ritter Werner von der Pforte (de Porta) v. Bruche mit Consens seiner Frau Kunegunde
und Kinder Stephan, Johann, Gertrud und Hadewig, sowie das Kloster Hemmenrode ihre
Besitzungen im Bezirke des Dorfes Rodenerde, welche sehr in einander gelegen, derart
umgetauscht haben, daß jeder Theil die seinigen bei einander liegend erhalten, und das
Kloster seine Güter in den zuerkannten Grenzen vom Wege nach Dudenberg bis zum
Dorfe Rodenerden, und vom Burnenbach bis zur Straße nach dem Dorfe Münster (Monasterium)
dem gen. warner, da derselbe dem Kloster 10 trier Pfund geschenkt, auf Lebenszeit
überlassen habe, und dass beiden Teilen die Viehweiden gemeinsam sein sollen.
Mitbesiegelt von Theoderich von Bruche, dem Herrn des gen. Werner. 1231."
Theoderich von Bruch war damals im Besitz des Lehens Dodenburg und des dazugehörigen
Hofes Rodenerden, der in der Urkunde als "Dorf" bezeichnet wurde.
Zu Anfang des
14. Jahrhunderts muß die Dodenburg genauso wie die Burg und die Herrschaft Bruch
von Theoderich III. von Bruch (1270 - 1304) dem Erzbischof als Offenhaus zugetragen
worden sein. Dietrich von Dune, der Schwager des letzten Bruchers, Theoderich V. von Bruch
(1311 - 1334), bekundete im Jahre 1338, daß das Haus Bruch mit der Feste und Zubehör u. a.
sowie die Hälfte des Lehens Dodenburg Lehen des Erzbischofs Balduin wären.
Die andere
Hälfte befand sich im Besitz des Colin von Wittlich. Colin von Wittlich
war damals Burgmann auf der Neuerburg bei Wittlich.
Wörtlich heißt es in der
Urkunde:
"Und hetten ich oder mine husJrauwe oder mine erben keyn recht oder ansprache
zu dem egenanten halbteyl des haues zu Dudenberg..."
Das Lehen Dodenburg wurde in der Folgezeit vom Erzstift Trier der Neuerburg bei Wittlich,
eine der 7 Landesburgen des Erzbischofs, als Burglehen zugeteilt.
Am 13.12.1425 reversierte sich Heinrich Muil von der Neuerburg über
"Haus und Veste Dodenburg" und andere Lehen des Erzstifts.
Der Revers wurde
am 24.04.1445 wiederholt.
Am 10. Juli 1448 verlieh Erzbischof Jakob I. dem Wilhelm von Manderscheid und
dessen Gattin Hildegard von Sierck, der Schwester des Erzbischofs, mehrere Güter
zu einem neuen "mannlehne". Unter diesen Gütern befand sich auch Dodenburg.
Diese Belehnung wurde 1452 noch einmal erneuert.
Im Jahre 1461 waren Hof und Feste Dodenburg im Besitz des Johann von Helfenstein,
der vom Erzstift mit diesem Lehen in den Jahren 1475 und 1503 belehnt wurde.
Johann von Helfenstein war durch die Heirat der Katharina von Gymnich, einer Enkelin
des Muil von der Neuerburg, in den Besitz des Lehens Dodenburg gelangt.
Wörtlich heißt es in der Urkunde:
"Hus und veste Dodemberg mit dem buwe vestunge und graben als Burglehn von Nuwerburg."
Die Burg Dodenburg hatte damals einen Graben, war also zur damaligen Zeit eine Wasserburg.
Am 16.06.1556 wurde 1/4 der Herrschaft Scharffbillig und das Haus Dodenburg an
Wirich von Chriechingen verkauft.
Dodenburg blieb in der Folgezeit im Besitz der
Familie von Chriechingen. In den Jahren 1661/62 verkaufte Graf Franz Ernst von Chriechingen
die Herrschaft Dodenburg an Wolf Heinrich von Metternich, Herr zu Bruch.
Wolf Heinrich von Metternich verpfändete die Herrschaft noch im gleichen Jahre für 4000 Reichstaler
an Susanna von Berg. Diese Pfandschaft wurde im Jahre 1671 von Wolf Heinrich von Metternich
wieder eingelöst.
Durch Erbteilung gelangte Dodenburg im Jahre 1700 an den Kasimir Friedrich Freiherrn
von Kesselstatt, der Anna Klara, die Tochter des Wolff Heinrich von Metternich, geheiratet hatte.
Der Freiherr von Kesselstatt ließ sich noch im gleichen Jahre in Dodenburg huldigen.
Das Lehen Dodenburg bestand aus folgenden Gütern, Gefällen, Rechten und Einkünften:
Der Burg und dem Ort Dodenburg, dem Dorf Rodenerden und den Dörfern "uff der vadeyen",
auf der Vogtei oder auch Fidei genannt, wozu die Dörfer Orenhofen, Preist, Zemmer,
Schleidweiler und Rodt gehörten.
Dies war früher größtenteils die ehemalige Grundherrschaft
des Klosters St. Irminen. Die Vogteirechte über diese Gebiete standen früher der
Herrschaft Bruch zu, von der sie durch Erbe an die Herrschaft Scharfbillig gelangten.
Die Vogteigüter
Dodenburg bestand bis weit ins 19. Jahrhundert lediglich aus dem Schloß und 6 Vogteigütern.
Rodenerden war schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts wüst gefallen. Den Vogteigütern waren
kleinere Hütten von Beisassen oder Backesmännern angegliedert.
Die Namen der Vogteigüter lauteten:
1. Hofgut (Martinsche Güter)
2. Boten Haus
3. Weinz Haus
4. Franzen Haus
5. Mayers Haus
6. Kerpens Haus
Zur Brandschatzung des Jahres 1794 wurden folgende Personen registriert:
Mathes Basse, Franz Kerpes, Joannes Weinz, Jakob Schwartz, Michel! Etteldorff,
Johannes Etteldorff, Anna Maria Faber wittib., Peter Lucas wittib., der Schäfer zu Dodenburg,
Peter Kus, der Hofmann zu Dodenburg, Johannes Dillenburg, Peter Binsfeld, Mathes Klingler, Philips Zimer.
Die Wasserversorgung im 17. Jahrhundert
Im Jahre 1663 gab Wolf Heinrich von Metternich, der damalige Besitzer von Dodenburg, eine Brunnenleitung von
Dierscheid nach Dodenburg in Auftrag. Ausgangspunkt der Leitung war der Greimerather Brunnen,
heute "Auf Kreimerborn" 0,5 km südöstlich von Dierscheid.
Die Leitung bestand aus sogenannten Deicheln,
das waren hölzerne Leitungsrohre, meist aus Eichen, die mittels eines langen Löffelbohrers von Hand
durchbohrt wurden. An den Stoßenden wurden die Deicheln mit etwas Werk abgedichtet und mit einem
schmiedeeisernen Deichelring verbunden.
Die Deichel konnten, solange sie von Wasser durchflossen wurden, keine Trockenrisse bilden, was automatisch
zu Druck und Wasserverlusten geführt hätte. Auch die Überwindung von Taleinschnitten, wie zwischen Dodenburg
und Dierscheid das Tal des Bendersbachs, war durchaus möglich.
Als Erfinder dieser Technik gelten die Römer, die diese Art des Wassertransportes als die billigste
Möglichkeit ohne aufwendige Bauwerke betrieben. Im Mittelalter geriet das Deichelsystem in Vergessenheit
und erst im 16. Jahrhundert wurde diese Technik wieder neu entdeckt und eingesetzt.
Die Leitung sollte das Wasser unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles bis in den Bereich des Schlosses
Dodenburg befördern. Eine Gesamtlänge von 7063 Schuh wurde veranschlagt. Der Kreimerborn in Dierscheid
liegt 380 Meter hoch und das Schloß Dodenburg 340 Meter.
Die Leitung mußte jedoch von Dierscheid aus zum
Bendersbach in eine Höhe von ca. 240 Meter hinabgeführt werden und dann wieder hinauf nach Dodenburg.
Projektiert war eine Förderung von 167 Fuder am Tag. Baumeister war Johann Drünsch von Krörft (Kröf).
Ein Profil und ein Aufriß der Leitung finden sich in den Depositien Kesselstatt im Stadtarchiv Trier
unter der Nummer 2318.
Daß diese Leitung tatsächlich gebaut wurde und auch funktionierte, geht aus Angaben älterer Bürger von
Dodenburg und Dierscheid hervor. Auch in der Schulchronik von Dodenburg finden sich Angaben über diese Brunnenleitung.
Im Februar 1981 fanden Herr Dr. Löhr und Herr Becker vom Landesmuseum Trier einen greifbaren Beweis der
Existenz dieser Leitung in Form eines Stoßendes einer Wasserleitung aus Eichenholz.
Eine durchgeführte
dendrochronologische Datierung von E. Holstein ergab das Schlag bzw. Fällungsjahr des Holzes um 1660.
Als in den Jahren 1895/96 eine gußeiserne Wasserleitung von Dierscheid nach Dodenburg gebaut wurde,
wurde die alte Holzleitung fast gänzlich zerstört. Damals wurde auch die Dorfleitung mit der Leitung
zum Schloß verbunden.
Die Dorfbewohner hatten an dieser Brunnenleitung besondere Rechte, die in einem
Vertrag der Gemeinde mit dem Schloßherrn damals geregelt wurden:
verhandelt zu Dodenburg am 10.4.1894:
"Der in beschlußfähiger Anzahl versammelte Gemeinderat beschließt, nachdem
von seiten des in der Sitzung anwesenden Gräflich von Kesselstattschen Majoratsadministratoren Weissmüller
wegen der Wasserregulierung vorgetragen worden war, daß die Majoratsverwaltung beabsichtige, den bei dem
Schloß Kesselstatt gelegenen Brunnen zu entfernen, als Ersatz desselben aber der Gemeinde mittels eines
Nebenstranges von der Hauptwasserleitung zum Schloß Kesselstatt soviel Wasser beschaffe, als der vorgenannte
Brunnen im mittleren Wasserstand liefere und zwar unter folgenden Bedingungen:
1. Die Gemeinde übernimmt die Entschädigung, welche für die Wasserleitungsgräben im Distrikt Roth
an die betreffenden Privatwaldbesitzer zu zahlen ist.
2. Die Einrichtung des Brunnenstockes und die Brunnentröge übernimmt die Gemeinde, dieselbe erhält
aber die am gegenwärtigen Schloßbrunnen befindlichen beiden Brunnentröge zurück.
3. Die Gemeinde verzichtet auf die Durchfahrt längs der Hofgebäude und zwar derjenigen Durchfahrt,
welche zwischen Hofgebäude und Schloßgarten liegt." (aus dem Beschlußbuch)
Die Gemeindekapelle
Wie aus den Akten des Depositiums Kesselstatt in dem Stadtarchiv Trier hervorgeht,
gab es auch in Dodenburg eine sogenannte "Gemeindekapelle". Der genaue Standort der Kapelle
ist jedoch unklar.
Im Jahre 1791 wurde sie in den Akten als Aufbewahrungsort der Glocke der
ehemaligen St. Nikolauskapelle Rodenerden genannt. Nach der Urkatasteraufnahme des Ortes aus
dem Anfang des 19. Jahrhunderts befand sich die Kapelle unmittelbar an der Schloßmauer,
ca. 100 Meter südöstlich des Haupzuganges zum Schloß.
Es ist denkbar, daß die Kapelle zum
Ende des 19. Jahrhunderts für schulische Zwecke umgebaut wurde und in der Folgezeit als
Ortsschulhaus gedient hat.
Diese Vermutung stützt auch die Tatsache, daß sich das ehemalige
Schulhaus Dodenburg lagemäßig etwa im gleichen Bereich befand.
Aus dem Ortsgeschehen
Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts waren folgende Pfarrgenossen zu Naturallieferungen
an den Pfarrer von Heckenmünster verpflichtet:
1. Witwe Johann Lucas II
2. Carl Casper Johanny
3. Karl von Gabain
4. Peter Boehm
5. Jakob Lesch
6. Peter Zimmer
7. Nikolaus Zimmer
8. Witwe Anton Müller
9. Jakob Müller
10. Hubert Schwarz
11. Adam Ternes
13. Wilhelm Plein
14. Johann Lang
15. Wilhelm Lang
16. Johann Billen
17. Kathrain Etteldorf
18. Witwe Johann Lucas I
19. Nikolaus Ludowizi
Diese 19 Personen waren auch gleichzusetzen mit den Haushaltsvorständen von Dodenburg.
Der Ort hatte gegen Ende des 19. Jahrhunderts um die 20 Haushaltungen.
Explosionsunglück auf Hummerich
Die von dem Zweiten Weltkrieg stammende Munition wurde kurz nach dem Krieg unter der Überwachung
der Besatzungsmächte von dienstverpflichteten deutschen Arbeitern in Lager zusammengetragen.
Eines solches Lager befand sich auf dem Hummerich bei Dodenburg. Am 24. Juli 1947 ereignete sich ein
Explosionsunglück im Lager Humerich, bei dem drei jugendliche Arbeiter aus Erlenbach ums Leben kamen.
Die Bürgermeister
1846 - 1864 Peter Zimmer
1871 - 1891 Wilhelm Lucas
1892 - 1897 Herr Müller
1898 - 1906 Herr Dörres
1908 - 1909 Michel Mergen
1909 - 1919 Nikolaus Zimmer
1920 - 1933 Nikolaus Döres
1933 Johann Weyers
1933 - 1938 Herr Groth
1940 - 1945 J.v.Schell
1945 - 1952 Jakob Müller
1952 - 1964 Peter Öffling
1964 - 1971 Peter Steines
1971 - 1979 Peter Öffling
1979 - heute Erwin Weber
Sonstiges
Im Jahre 1958 wurde im Keller des Schulgebäudes eine öffentliche Gefrieranlage gebaut.
1960 wurde die Ortsstrasse ausgebaut.
Die Straße Dodenburg-Heckenmünster wurde in den Jahren 1962/63 ausgebaut.
Im Jahre 1988 wurde hinter der Schule ein Dorfplatz eingerichtet.
Im Jahre 1989 wurde im Ort mit den Bauarbeiten zum Anschluß an die überörtliche Abwasser-Kläranlage der
Verbandsgemeinde Wittlich-Land in Rivenich begonnen.